30. Dezember 2015

Verteuerung des Sozialtickets weit über Durchschnitt Preiserhöhungen im VRR treffen vor allem Dauernutzer des ÖPNV und sind unsozial

Die Fraktion DIE LINKE im Regionalverband Ruhr (RVR) hat erneut die Preiserhöhungen des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) kritisiert. Die Preiserhöhungen zum 1. Januar 2016 treffen nicht nur vor allem die Dauernutzer des Öffentlichen Nahverkehrs, da vor allem die Preise für Vierer- und Monats-Karten steigen. Am meisten treffen sie die Nutzer des Sozialtickets „Mein Ticket“. Das Sozialticket wird zum 1. Januar um 1,05 Euro auf 31,95 Euro erhöht (+ 3,4 %) und zum 1. April 2016 ein zweites Mal auf dann 34,95 Euro.

„Die Preiserhöhungen gerade für das Sozialticket sind absolut unsozial“, so Wolfgang Freye, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE im RVR: „Das Sozialticket wird damit innerhalb von vier Monaten 13,1 % teurer, mehr als viermal so viel, wie die ohnehin schon happige durchschnittliche Preiserhöhung der VRR-Fahrpreise um 2,9 %. Damit wird die Mobilität der ärmsten Bevölkerungsteile eingeschränkt und ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben weiter erschwert, denn viele können sich schon die jetzigen Sozialticketpreise nicht leisten. Die im Hartz IV-Satz vorgesehenen Mobilitätskosten liegen bei gerade 25,14 Euro im Monat. Treffen wird die Erhöhung vor allem die drastisch wachsende Zahl von ,Aufstockern‘, die einer Arbeit nachgehen und ein so geringes Einkommen erzielen, dass sie zusätzlich Hartz IV erhalten. Aus diesem Personenkreis setzt sich ein Großteil der Nutzer/innen des Sozialtickets zusammen und sie sind darauf angewiesen, um zur Arbeit zu kommen.“

Kein Verständnis hat DIE LINKE im RVR dafür, dass in den VRR-Gremien nur der Vertreter der Ratsfraktion DIE LINKE/Piraten aus Dortmund gegen die Erhöhung gestimmt hat. CDU, SPD und Grüne stimmten zu.

„Die Verantwortung für die Erhöhung des Sozialtickets sehen wir jedoch vor allem bei Rot-Grün im Landtag“, so Wolfgang Freye abschließend. „Trotz intensiver Verhandlungen des VRR hat das Land die nötigen Zuschüsse für das Sozialticket nicht erhöht. 10 Mio. Euro mehr hätten die Finanzierungslücken geschlossen, das ist nicht viel mehr als die Baukosten für einen Kilometer Autobahn. Die Erhöhung des Sozialtickets, aber auch die allgemeinen Erhöhungen vor allem der Vierer- und Monatskarten beim VRR sind ein sozialpolitisches Desaster und kontraproduktiv für die Nutzung des Öffentlichen Nahverkehrs.“