10. Juni 2016

Imagekampagne löst keine Probleme DIE LINKE sieht sich durch Imageanalyse im Nein zur Kampagne bestärkt

Die Fraktion DIE LINKE im Regionalverband Ruhr (RVR) hält nach der Vorstellung der Umfrageergebnisse zum Image des Ruhrgebietes in der Sitzung des Wirtschaftsausschusses an ihrer Kritik an der Standortmarketingkampagne fest. Die Fraktion hatte bereits bei den Beratungen zum Haushalt die Bereitstellung von Mitteln in Höhe von 450.000 Euro für die Vorbereitung einer Standortmarketingkampagne abgelehnt.

„Die Ergebnisse der vorgestellten Imageanalyse bestätigen einmal wieder das bekannte Bild vom Ruhrgebiet. In den Augen der befragten Führungskräfte von Unternehmen steht das Ruhrgebiet für Vielfältigkeit und Weltoffenheit, aber auch Traditionsbewusstsein und gilt als konservativ. Dabei ist das Image aus der Außensicht deutlich altbackener als aus der Innensicht. Andererseits macht die Umfrage erneut deutlich, welche eigentlichen Faktoren bei einer Unternehmensentscheidung im Vordergrund stehen: Verkehr, Bildung, Vernetzung von Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft sowie die Lebensqualität. Das sind die Fragestellungen, auf die das Ruhrgebiet Antworten finden muss,“ so Fatma Karacakurtoglu, Mitglied im Wirtschaftsausschuss des RVR für die Fraktion DIE LINKE. “In diese Bereiche sowie in die Entwicklung der Stadtquartiere gilt es zu investieren. Eine Standortmarketingkampagne die bunte Bilder produziert, wird hier nichts bewegen.“

Bei diesem Diskussionsstand zur Ausrichtung der Kampagne einen Agenturenwettbewerb auszuschreiben, lässt die vor allem von der CDU gewünschte Kampagne immer mehr als reinen Wirtschaftsförderungsaktionismus der CDU erscheinen, den der RVR finanzieren soll.

Wolfgang Freye, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE im RVR. „Für die Finanzierung der Kampagne, deren Kosten aktuell auf 6,5 Millionen Euro allein 2017 geschätzt werden, soll der Großteil des Geldes aus der Rücklage entnommen werden. Das Geld des Verbandes sollte lieber dafür eingesetzt werden, echte Kooperationsprojekte zwischen den Kommunen anzuschieben, bspw. zur Erarbeitung von Strategien und Projekten zur Förderung des Zugangs von Langzeitarbeitslosen zum Arbeitsmarkt und zur Entwicklung Öffentlicher Beschäftigung. Damit würde man Imagegewinne erzielen, die für sich sprechen.“