8. November 2016

Tatsächliche Geburtenentwicklung zur Grundlage machen DIE LINKE hinterfragt Krankenhausplanung im Bereich der Entbindungsstationen

Aktuell erarbeiten die drei Bezirksregierungen einen neuen Krankenhausplan für das Ruhrgebiet. Für einzelne medizinische Fachgebiete, wie für den Bereich der Perinatal-Zentren und Entbindungsstationen werden regionale Planungskonzepte entwickelt.

Olaf Jung, Mitglied im Strukturausschuss der Fraktion DIE LINKE im Regionalverband Ruhr (RVR) dazu: „Eigentlich soll die Krankenhausplanung ein Instrument zur Sicherung der wohnortnahen medizinischen Versorgung der Bevölkerung sein, welches auch die Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit von Krankenhäusern in den Blick nimmt. Hierzu ist es aus unserer Sicht notwendig, dass man insbesondere im Bereich der Perinatal-Zentren und Entbindungsstationen aktuelle Fallzahlen zu Grunde legt. Tatsächlich arbeiten die Bezirksregierungen aber noch mit den überalterten Fallzahlen aus der Erhebung von 2010.“

Im Jahr 2010 prognostizierte man eine Reduzierung der Fallzahlen bei Schwangerschaften und Geburten um vier Prozent. Tatsächlich aber erhöhten sich die Zahlen in NRW im Zeitraum von 2011 bis 2015 um 12 Prozent. 2011 gab es in NRW 143.097 Geburten, 2015 waren es bereits 160.478 Geburten.

Olaf Jung weiter: „Die Zahlen von 2010 führen dazu, dass die Verantwortlichen die Anzahl der Betten in Perinatal-Zentren und Entbindungsstationen in einzelnen Planungsräumen womöglich zusammenstreichen. Dabei müsste angesichts der aktuellen Entwicklung geprüft werden, ob die Anzahl der Betten ausreicht, um die wohnortnahe Versorgung von Schwangeren, Müttern und Kindern besser zu gewährleisten. Die Fraktion DIE LINKE hinterfragt die Planungsgrundlagen in einer Anfrage in der nächsten Sitzung des Strukturausschusses. Darüber hinaus fragen wir nach dem konkreten Planungsstand für die einzelnen Regionen des Ruhrgebiets und die sich daraus ergebenden Konsequenzen für die Versorgungsqualität und die Ausstattung der Kliniken mit medizinischen Personal.“