18. September 2015

Nutzen der Standortmarketingkampagne unklar Marktstudie zur Vorbereitung der Kampagne in der Verbandsversammlung abgelehnt

Die Fraktion DIE LINKE im Regionalverband Ruhr (RVR) hat in der heutigen Verbandsversammlung die überplanmäßige Mittelbereitstellung von 100.000 € für die Erstellung einer Marktstudie in Vorbereitung einer Standortmarketingkampagne abgelehnt.

„Die Ziele und die Adressaten der von Wirtschaftsförderern und vor allem der CDU gewollten Standortkampagne für das Ruhrgebiet sind uns zu unklar“, so Wolfgang Freye, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE im RVR. „Deshalb haben wir die Bereitstellung von 100.000 Euro für eine ,Marktstudie‘ zur Vorbereitung der Kampagne ebenso abgelehnt, wie vorher die Kampagne selbst. Es ist ein schlechter Witz, dass man erst eine Imagekampagne beschließt und dann in einer Marktstudie untersuchen lassen will, was und wen man damit überhaupt erreichen will. Gerade bei Entscheidungen von Investoren für oder gegen eine Investition geht es doch nicht um ein Image, sondern um harte Fakten wie Ansiedlungsbedingungen, vorhandenes Fachkräftepotential, Gewerbeflächen und deren logistische Anbindung. Auf diesen Gebieten sind die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Ruhr GmbH (wmr) und auch der RVR selbst ganz gut unterwegs.“

 

Die vergangenen Kampagnen des RVR bzw. seiner Vorläufer wie „Ein starkes Stück Deutschland“ und „Der Pott kocht“ sind sehr unterschiedlich aufgenommen worden. „Der Pott kocht“ war in der Region und außerhalb hoch umstritten. „Ein starkes Stück Deutschland“ findet zwar heute bei vielen noch ein positives Echo, doch auch hier gibt es keine belastbare, positive Evaluation. Eine EMIND-Untersuchung kam 1995 zu dem Schluss, dass zehn Jahre danach „überwiegend die gleichen Bilder über die Region im Ausland bestehen“. Das Ruhrgebiet wurde als eine durch Kohle und Stahl dominerte Industrieregion wahrgenommen, obwohl schon damals nur noch 10 % der Beschäftigten in diesem Sektor tätig waren.

 

„Interessanterweise kommt die Untersuchung zu dem Ergebnis, dass das Engagement für das direkte Kennenlernen der Region verstärkt werden sollte, statt Imagekampagnen zu produzieren“, so Wolfgang Freye abschließend. „Da sind wir heute weiter, denn die Tourismuszahlen sind vor allem seit dem Kulturhauptstadtjahr deutlich in die Höhe gegangen und steigern sich noch. Diese Entwicklung muss weiter ausgebaut werden.“